Krippenspiel


Krippenspiel – Kindergottesdienst – Weihnachten – 2015


  1. Szene

Zwei Hausmeister (Herr Ochs und Herr Esel) tragen für den Gottesdienst Bänke hin und her. Der Chef der Truppe kommt. Er trägt nur einen kleinen Kasten (der später als Krippe dienen wird).

„Der Chef“:     Ihr müsst die Bank hierher stellen. Wie oft soll das noch sagen. Muss man denn alles selber machen! Ihr tragt Eure Namen wirklich zurecht. Ochs und Esel. Wie kann man nur so heißen. (Er geht wieder zurück.)

(Ochs und Esel schimpfen ein bisschen über ihren Chef, arbeiten aber weiter.)

Ochs:              Ich freue mich auf den Kindergottesdienst. Vor allem, wenn die Kinder singen. Das gefällt mir jedes Mal richtig gut.

Esel:                Der Organist ist auch schon da. Vielleicht sollten wir schon mal üben.

(Hier soll das 1. Lied gesungen werden. Ochs und Esel setzen sich hin und lauschen dem Gesang.)

Ochs:              Das klingt wirklich sehr schön.

Esel:                Richtig feierlich!

Der Chef:        (kommt zurück. Er sieht, dass beide nicht abreiten.) Warum sitzt ihr nur herum? So werden wir nie fertig. Da draußen sind schon wieder solche Gestalten von sonst wo her. Wie die aussehen! Ein Gesindel treibt sich dieser Tage hier im sonst so beschaulichen Heilbronn herum.

Ochs:              (protestiert) Die können doch nichts dafür.

Esel:                Wo sollen die denn sonst hin?

Der Chef:        Weiß ich doch nicht. Bin ich dafür verantwortlich?

Ochs:              Na ja, ein bisschen schon.

Die Helferin:   (Die Kirchenhelferin kommt herein. Sie wird von einem Pärchen begleitet. Die Frau ist schwanger.) Chef? Die beiden suchen dringend eine Unterkunft. Haben wir noch irgendwo ein Plätzchen frei?

Der Chef:        Nein, alle Betten sind belegt. Bis unters Dach. Die sollen weiterziehen oder dahin gehen, wo sie herkommen.

Die Helferin:   Da geht doch aber nicht. Die würden ja sogar auf dem Boden schlafen. Die Frau ist doch schwanger.

Der Chef:        Als ob das mein Problem wäre! Von Mitleid kann ich mir nichts kaufen!

Die Helferin:   Die haben doch schon an ganz viele Türen geklopft. Nirgendwo will sich jemand um die beiden kümmern.

Ochs:              (zu Esel) Wieviel Geld hast Du dabei?

                        (Esel will protestieren, schaut auf das Pärchen und holt dann sein Geld heraus.)

Esel:                Das ist alles.

Ochs:              Das habe ich ….

Die Helferin:   … und das ich. Hör mal Chef, was meinst Du, finden wir für zwanzig Euro einen Platz für die beiden?

Der Chef:        (nimmt das Geld, steckt es ein.) Naja, wenn die still sind, können die dahinten die Nacht verbringen. Das bemerkt kein Mensch. Aber, die sollen ja still sein.

                        (Ochs, Esel und die Helferin bringen das Paar nach hinter den Altarraum.)

                        Da habe ich jetzt noch ein Geschäft gemacht. Wenn das so weitergeht, bin ich ein reicher Mann. (Er ruft den anderen hinterher) Aber wehe, ihr macht Ärger oder Dreck!

                        Wie kann man nur so mitleidig sein. Ganz schön blöd! Aber wenn man so dumm ist, wie die drei, dann verdienen die das nicht anders. Bei Ochs und Esel sind die zwei in bester Gesellschaft.

                        (Er wird nachdenklich) Dass die denen so helfen, hätte ich nicht gedacht. Vielleicht sollte ich dem Pärchen etwas zu essen und zu trinken bringen und Decken. Nee. Jetzt werde bloß nicht sentimental. Nur wer sich selber hilft, wird reich. Außerdem bin ich jetzt müde. Feierabend.

                        (Er löscht das Licht. Ein Lied erklingt. Vielleicht „Stille Nacht“? Feierliche Atmosphäre. Im Hintergrund erstrahlt ein Licht. Musik erklingt.)


  1. Szene

Der Chef:        (er kommt mit einer Taschenlampe) Wieso ist es denn plötzlich so hell hier? Das Licht ist doch aus? Ich verstehe das nicht.

Ochs:              (er kommt zum Chef gelaufen.) Die Frau hat ihr Kind bekommen. Dort in unserem Holzkasten liegt es. Das ist jetzt eine richtige Krippe.

Esel:                Haben wir noch etwas zu essen für die beiden?

Der Chef:        Nein. Nein. Nein. Wenn man den kleinen Finger reicht, ist man am Ende die ganze Nacht auf den Beinen. Die müssen weg.

                        (Die Kirchentüre öffnet sich, zwei „Hirten“ kommen herein. Falls notwendig kann man auch einen Hirten daraus machen.)

Hirte 1:            Hier muss es sein. Der Stern leuchtet ja direkt hier herein.

Hirte 2:            (zu den drei anderen) Guten Tag, die Herren.

Der Chef:        Was heißt hier „guten Tag“? Gute Nacht wäre besser. Wiest Ihr, wie spät es ist?

Hirte 1:            Entschuldigen Sie, aber haben Sie nicht die Botschaft der Engel vernommen?

Der Chef:        Ihr habt wohl zuviel Bier getrunken. Nicht zu fassen, was sich für eigenartige Leute hier herum treiben.

Hirte 1:            Bitte, mein Herr, hier wurde heute Nacht der Heiland geboren. Es ist kaum zu glauben, aber uns sind wirklich Engel erschienen. Sie haben gesagt, dass der Stern uns den Weg zur Krippe weist, in der er liegt.

Der Chef:        Hä? Habe ich vielleicht zu viel getrunken?

Ochs:              Da liegt wirklich ein kleines Kind in einer Krippe.

Esel:                Wenn ihr schauen wollt?

Die Hirten:      Ja, gerne. (Ochs, Esel und die Hirten gehen nach hinten.)

                        (Hier wäre eine weitere Möglichkeit für ein Lied.)

Der Chef:        Träume ich etwa? Mir ist der Stress der letzten Tage nicht bekommen. Ich gehe jetzt ins Bett und ziehe am besten die Decke über den Kopf. Schon allein wegen dieser aufdringlichen Festbeleuchtung! Der Heiland geboren! Engel auf dem Feld! Denen ist doch was ins Hirn geflogen. – Ob ich nicht doch mal fragen soll, ob die was brauchen? – Nein. Die Familie geht mich nichts an. Sollen sich doch die durchgeknallten Hirten um die kümmern. (Er will gehen.)


  1. Szene:

(Plötzlich wird es hell auf der Kanzel hell. Musik erklingt. Ein Engel erscheint. Es ist ein Bild oder eine Figur. Die Stimme kommt über Mikro. Gesprochen von der Darstellerin der Helferin.)

Engel:              Guten Abend.

Der Chef:        Guten Abend. Was machst Du da oben? Wer bist Du denn? Wie siehst Du aus?

Engel:              Ich will mich bei Dir bedanken.

Der Chef.        (erstaunt) Bedanken? Für was?

Engel:              Für deine Aufnahme von Josef und Maria. Hier bei dir ist heute den beiden der Heiland geboren. Gottes Sohn.

Der Chef:        Jetzt redest Du auch dieses wirre Zeug.

Engel:              Ich kann dich nicht dazu zwingen, diese Geschichte zu glauben. Aber ich danke dir, dass du Josef und Maria ein Obdach gewährt hast.

Der Chef:        Na ja, dafür habe ich ja auch ordentlich Geld bekommen. Weißt du, mir schenkt auch keiner was.

Engel:              Doch, Gott hat dir beispielsweise heute Nacht seinen Sohn geschenkt, wie allen anderen Menschen auf der Erde auch.

Der Chef:        Na ja, irgendwie ist heute Abend alles anders. Die Menschen sind so freundlich, alles ist so friedlich. Das müsste das ganze Jahr über so sein. Das wäre wirklich schön.

Engel:              Dann mache du den ersten Schritt! Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft wird belohnt. Was du für die Bedürftigen tust, dass wird auch dir getan. (Das Licht erlischt. Der Chef reibt sich die Augen. Aber das ein Traum, war das Wirklichkeit?)

Ochs:              (kommt) Chef, willst du nicht auch kommen? Es ist so friedlich und schön.

Esel:                Und das Kind ist so schön. Feier doch auch mit uns!

Der Chef:        Na ja. Was meint ihr, könnten die noch etwas brauchen? Zu essen, zu trinken, ein paar Decken?

                        (Sie gehen nach hinten. Ein Lied erklingt.)